RUND UM DIE GEWINNUNG UND DEN TRANSPORT
VON NATURSTEINEN KURSIEREN VERSCHIEDENE
GERÜCHTE, DIE SICH BEI GENAUER
BETRACHTUNG ALS UNSINNIG ERWEISEN.
Es gibt heute rund 38 Millionen Containereinheiten am Weltmarkt im Umlauf. Mit diesen werden jährlich etwa 190 Millionen Seetransporte mit ca. 4.500 Kilometern durchschnittlichem Seeweg getätigt. Mit diesem Logistiksystem werden über 80 % des Welthandels am Seeweg abgewickelt. Dafür werden zwischen 50 und 60 Mio. Tonnen Rohöl benötigt, das sind ca. 0,4 % der rund 16 Milliarden Tonnen der jährlich weltweit verbrauchten fossilen Brennstoffe (Öl, Kohle, Gas).
Ressourcen zu schonen und auf Nachhaltigkeit zu achten - das ist natürlich Verantwortung und Verpflichtung. Allerdings, der weltumspannende Seeverkehr schlägt in dieser Bilanz doch sehr maßvoll zu Buche, gemessen an dem dadurch generierten, weltweiten Wohlfahrtsgewinn! Und die weitestgehende Umstellung auf „slow streaming“, das bedeutet Langsamfahrt, brachte eine Einsparungen beim Treibstoffverbrauch zwischen 50 % und 60 %!
Im Idealfall (modernste, größte Schiffe, voll beladen und slow streaming) braucht ein Container rund 0,8 bis 0,9 Liter Öl pro hundert Kilometer auf dem Seeweg. Bei 17.500 Kilometern macht das ca. 150 Liter. Damit könnte ein voll beladener LKW circa 450 Kilometer weit fahren.
Zum Vergleich: Alleine der Straßenverkehr der USA frisst etwa das 10-fache aller weltweiten Containerfrachten!
Das Thema Kinderarbeit ist viel zu ernst, um hier auch nur im Geringsten nachgiebig zu sein. Es gibt leider Kinderarbeit in bestimmten Gegenden in Indien. Seriöse Recherchen einer deutschen Fernsehanstalt zeigten vor einigen Jahren eindeutige Bilder.
Unser Weg ist hier die Zusammenarbeit mit der deutschen Agentur „XertifiX“, die sich der Vermeidung der Kinderarbeit unter Zuhilfenahme strenger Auflagen und laufender Kontrollen der vertraglich gebundenen Produktionsbetriebe verschrieben hat.
Die Armut in den betreffenden Regionen ist leider so groß, dass die Menschen durch den drohenden Hungertod als Alternative zu allem bereit sind. Unser Zugang ist bei allen Problemen dennoch der, hier ein möglichst faires Geschäft abzuwickeln. Wir können damit in betreffenden Regionen die einzige Einnahmequelle fördern.
In China gibt es keine Kinderarbeit. Staatliche Auflagen und strenge Kontrolle stellen das sicher. Zusätzlich waren, und sind noch immer, Familien durch die jahreslange Einkind-Politik sehr auf das Wohl ihres einzigen Nachkommens bedacht, sodass sie dieses nicht durch Kinderarbeit gefährden würden.
In zwei Blogbeiträgen haben wir das Thema Kinderarbeit und unsere Zusammenarbeit mit XertifiX für Sie aufbereitet. Wir möchten Ihnen so transparente und nachvollziehbare Informationen geben.
Der Mythos, dass Importe heimische Arbeitsplätze gefährden, hält sich hartnäckig. Natürlich bedeutet die Einfuhr von Gütern auch die Verlagerung der Arbeitskraft. Bei genauerer Betrachtung lässt sich aber eines klar vor Augen führen:
Schon vor Jahrzehnten kamen viele Gastarbeiter in der heimischen Industrie zum Einsatz. Heute sind ganze Branchen existenziell davon abhängig, günstige Ausländer im eigenen Land zu beschäftigen. In vielen, speziell einfacheren und vor allem schweren Handwerksbereichen sind wir bei weitem nicht in der Lage, das Arbeitsaufkommen selbst zu bewältigen.
Es ist für die Betriebe sehr schwer, gute Mitarbeiter zu finden, und es ist fast unmöglich, Mitarbeiter für schwere Hilfsarbeiterjobs zu finden, zumindest keine Inländer.
So wie wir ausländische Kräfte brauchen, so brauchen wir auch die Importe, zumindest von einfachen, durch hartes Handwerk entstandenen Produkten.
Im Gegenzug sind wir dafür in der Lage, technisch hochwertige Produkte und Know-how zu exportieren. Gerade darin sind Österreich und Deutschland sehr stark. Unsere heimische Industrie verkauft die Leistungsstunde mit einer Wertschöpfung von rund 110 Euro (ohne Materialanteil), und davon können wir gut existieren. Es gibt eine Vielzahl tüchtiger und gut florierender Unternehmen, die stark vom Export solcher hochwertigen Produkte leben.
Die Chinesen liefern uns einfache Produkte mit einer Wertschöpfung von rund 1,80 Euro pro Leistungsstunde. Wenn wir also eine Stunde für China arbeiten, arbeitet ein Chinese ungefähr 60 Stunden für uns.
Wir können unter feinsten Bedingungen, klimatisiert und arbeitsmedizinisch durchgestylt, unsere Stunde verbringen, der Chinese werkt dafür eineinhalb Wochen im Steinbruch. Da ist es heiß, anstrengend und gefährlich. Wir leben hervorragend von unseren Exporten, aber diese sind auf lange Sicht nur mit entsprechenden Importen möglich.
Ein modernes Märchen ist,
dass der Seetransport von Granit nichts koste.
Er werde ohnehin als Ballast im Schiffsbauch gebraucht und reise daher gratis. Das mag in den Anfängen des Seehandels so gewesen sein, die heutige Logistik zeichnet ein anderes Bild.
Auf den Weltmeeren sind fast ausschließlich Containerschiffe unterwegs. Die standardisierten Containereinheiten sind rund 6 Meter lang und etwa 2,3 Meter breit und hoch. Hier können 28 Tonnen Fracht verladen werden. Eine Überfahrt dauert rund 30 Tage, die größten Schiffe fassen bis zu 15.000 solcher Containereinheiten und können in den leistungsfähigsten Häfen Europas und Asiens in nur zwei Tagen völlig entleert und neu befüllt werden.
Der Containertransport kostet vom Seehafen Asien bis zum Zentralraum Mitteleuropa zwischen 1.500 und 3.000 Euro, stark schwankend mit den aktuellen Seefrachtraten. Also 5,5 bis 11 Cent pro Kilogramm, was für uns auch für jedes einzelne Produkt die Kalkulationsgrundlage der Fracht ist.
Immer wieder wird auch behauptet, dass Steine während der Überfahrt am Schiff bearbeitet werden. Das ist in Anbetracht der in vielen Lagen dicht gestauten Container gar nicht möglich. Und welchen wirtschaftlichen Sinn sollte es machen, den hierfür notwendigen und teuren Frachtraum freizuhalten? Rohmaterial und Maschinen mitzuführen, ganz zu schweigen von den Menschen und den dafür erforderlichen Infrastrukturen?
Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen sind in indischen Steinbrüchen traurige Realität. Stein & Co ist sich der ethischen Verantwortung bewusst, weshalb wir 2008 als erstes österreichisches Unternehmen der Zertifizierungsstelle XertifiX beigetreten sind und Zertifikate für indischen Sandstein und Tandur vorweisen können. Jetzt sind wir auch stolz, in Deutschland zur Produktion von fairem Naturstein beizutragen.
Mit diesem Lizenzvertrag wird sichergestellt, dass keine Steine aus inakzeptablen Produktionsbedingungen importiert werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der XertifiX-Website.
Indem Sie beim Händler nach Natursteinen ohne Kinderarbeit fragen und auch nur solche kaufen, tun Sie schon einen bedeutenden Schritt. Bisher gibt es XertifiX weltweit nur als unabhängige Lizenzvergabestelle für Natursteine aus Indien ohne Kinder- und Sklavenarbeit, die gleichzeitig Rehabilitationsmaßnahmen für ehemalige Kinderarbeiter durchführt.
Vorsicht! Es sind bereits gefälschte Zertifikate der UNESCO und von UNICEF aufgetaucht, in denen behauptet wurde, die Organisation könne bestätigen, dass die gelieferten Steine garantiert ohne Kinderarbeit hergestellt seien. Auf Anfrage versicherten UNICEF und UNESCO Deutschland, dass ihre Organisationen nie derartige Bescheinigungen ausgestellt haben und dies auch in Zukunft nicht tun werden.
Mit Stolz können wir sagen, dass wir uns gemeinsam mit XertifiX gegen Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen einsetzen. Fairer Naturstein ist nicht nur uns wichtig, sondern garantiert auch Ihnen Sicherheit.
Stein & Co importiert keine Waren
aus inakzeptablen Produktionsbedingungen.
Mag. Bernhard Schutti